Westfälischer Friede

Die politische Internet-Zeitung aus Duisburg

                                       Limited Jesus

Es ist gestern  Abend spät geworden; so gegen halb zwölf war es, als ich zuhause war.

Nein, ich war nicht weit weg. Aus Israel bin ich ja jetzt schon bald eine Woche zurück. Oh Jesus! Irgendetwas muss mich in Jerusalem irgendwie verwandelt haben ...
Nein, und ich war auch nicht einmal in Münster. Das heißt: ich war freilich schon oft in Münster, einmal sogar bei so einer spannenden Veranstaltung der dortigen CDU. Aber eben nur einmal. Und heute Abend nicht einmal dort.
"Schäfchen", da war ich – wo sollte Jesus sich auch sonst aufhalten? "Schäfchen", so heißt die Gaststätte mit Tagungsraum und Kegelbahn in Bergheim-Oestrum (hey Fremde: das gehört zu Duisburg-Rheinhausen). Ich besuchte dort zwei parallel laufende Sitzungen: DMSG-Gruppe und SPD-Ortsverein.

Jesus - an zwei Orten gleichzeitig - bei den "Schäfchen" - okay, das schaffe ich noch so eben. Jesus - limited! Aber echte Ubiquität ist dann doch etwas Anderes. Münster hätte ich nicht auch noch geschafft. Weiter habe ich ebenfalls Zeugen für meinen Israel-Aufenthalt. Von dort aus wäre Münster sogar noch etwas weiter gewesen.
Bekannt sind hingegen Jesus-Erscheinungen. Häufiger bei Frauen; von dieser Sorte habe ich einige in der Heiligen Jerusalemer Altstadt gesehen. Fromme Katholikinnen, die Gutes im Schilde führen. Für die Armen und Schwachen – auch weltweit und so ...
Logisch: sofort nach Bekanntgabe des Ergebnisses von Münster wurde ich informiert. Ich, wie gesagt, noch im „Schäfchen“ mit meinen Schäfchen. Kurzes Jesus-Beamen rüber zu den Genossen: tja, das ist ja mal ´ne Meldung.

Top-Mann weiter in und für Duisburg

Gestern Abend um 22:09 Uhr meldet die Münstersche Zeitung auf ihrem Live-Ticker: „Lewe hat die Wahl angenommen.“ Er wurde nämlich von der CDU-Versammlung, an der mehr als 700 Parteimitglieder mit Wohnsitz Münster teilgenommen hatten (black is beautiful), als OB-Kandidat für die Kommunalwahl 2009 aufgestellt. Herr Lewe setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 470 gegen 303 Stimmen durch. Herzlichen Glückwunsch, Herr Lewe! Ist ja recht deutlich!
Nun ist erst einmal Frieden in Münster. Aber wie das bei Westfälischen Frieden so ist: sie wirken ja weit über das Münsterland hinaus. Sogar bis nach Duisburg! Ja, auch an Rhein und Ruhr kann jetzt endlich wieder Frieden herrschen – abgesehen von etwaigem kurzen Nachtreten. Der Top-Mann jobbt, wie er das ausdrückt, weiter für Duisburg. Kein roter oder schwarzer Amtsleiter muss mehr brusttrommeln, auch deren Dienstobliegenden läuft kein Wasser mehr im Mund zusammen. Und den Duisburger Politikern bleiben die Begehrlichkeiten der städtischen Mitarbeiter erspart. Nach der Kommunalwahl können sie sich auf Koalitionskram im Rat beschränken; denn die Beigeordneten-Riege steht ja. Karl Janssen bleibt hier – erst einmal. Über den Deutschen Städtetag reden wir jetzt vorläufig nicht mehr. Peace Now – auch hier bei uns.

Und das Schönste: auch dem kleinen sozialistischen Schreiberling bleibt sein Lieblingsthema erhalten. Manchmal kann das Leben richtig schön sein.

Werner Jurga, 14.03.2008

 

P.S.: wenn ich Ihnen jetzt noch erzähle, dass ich - vor drei Stunden nach Hause gekommen, mir erst einmal die letzte halbe Stunde der Sendung “Kerner” angesehen habe, denken Sie bitte nicht: Schwindler, dieser Limited Jesus. - Nein, nein, stimmt schon; ich kann doch nach Sitzungen nicht sofort texten.
Amelie Fried und Margot Friedländer haben ihre neuen Bücher vorgestellt - lesenswert! Die Sendung: sehenswert! Video im Netz.

 

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