Vorspeise vor den Zitronen

Die politische Internet-Zeitung aus Duisburg

Wenn ich doch nur nicht so empfindlich wäre! Austeilen kann ich ja gut, erzählt man sich jedenfalls so. Aber Einstecken? – Nein Danke! Ich bin halt sehr sensibel. Insbesondere bei Blinkfeuer.
„Blinkfeuer“ – hä? Schon recht: so was gibt es natürlich nicht in echt, nur in derWesten, da schreibt man ja, wie Sie wissen, unter Pseudonym. Und „Blinkfeuer“ kommentiert einen Beitrag, den ich – natürlich mit Namen – dort eingestellt habe, folgendermaßen:

Aber zur Stärkung der Demokratie schreiben sie halt täglich ihren Schmarrn zusammen. Trotz der Digitalarchive muß der Unfug einer Überprüfung nie lange Stand halten.
Und ich fühle mich natürlich gleich angesprochen und raunze, wie ich meine, „zurück“: Mein "Digitalarchiv" jurga.de liegt unbefristet Ihrem Prüfwesen vor.
Denn die Anrede „Sie“ darf ja nach der Rechtschreibreform klein geschrieben werden. Dann muss allerdings auch „muߓ mit Doppel-s geschrieben werden. Also wird „Blinkfeuer“ wohl mit „sie“ die dritte Person Plural des Personal Pronomens gemeint haben. Wenn ich doch nur nicht so empfindlich wäre! Da habe ich dem / der Armen vielleicht Unrecht getan. Na egal, ich kenne diese Person ja nicht. Glaube ich jedenfalls.

Die im Folgenden zitierten Personen jedoch sind mir allesamt bekannt. Ihnen vermutlich auch; denn die stehen alle öfter in der Zeitung als ich. Nun ja, Kunststück. Also sagen wir mal: die stehen alle regelmäßig in der Zeitung.
Nochmal zu dem mir nicht bekannten „Blinkfeuer“: sein (wegen:
das Feuer) Kommentar bezog sich auf meine Vorbemerkungen zur Karstadt-Krise.

Das ist doch wohl alles ein Scherz?!

Ein anderer Leser, wie gesagt: ab jetzt alle (mir und auch sonst ziemlich) bekannt, bezog sich auf die Korrespondenz ziemlich bekannter Rheinhauser Politiker.
Also wussten Sie, dass die Äußerungen scherzhaft waren. Schau an. - Ja natürlich.
Wie ich eingangs schrieb: Ihre Satiren sind wirklich kennzeichnungspflichtig.
Satire mit Kennzeichnungspflicht? Witz mit Ansage? – Junge, Junge! Vor einem halben Jahr hat ein Mitarbeiter unserer Stadtverwaltung bereits angemerkt, meine Homepage sei die Seite mit den zwei Gesichtern.
Es hat sogar schon Leute gegeben, die mich vorwurfsvoll aufklärten: „Werner, bei Dir weiß man nie, ob es Spaß oder Ernst ist!“ Ja, manchmal weiß ich es echt nicht …

Gewiss, es ist eine Zumutung, einem Zuhörer abzunötigen, zuzuhören und gegebenenfalls auch noch nachzudenken. Er / sie kann das nächste Mal fern bleiben. Der Leser einer Webseite bzw. einer eMail hat es da wesentlich einfacher: mit einem einzigen Click wird weiter „gesurft“.
Der Leser fährt fort:
Auf einer Homepage sollte man nicht weniger Sorgfalt walten lassen, als bei einer Zeitung. Finden Sie nicht?
Nein, finde ich nicht. Auf jeden Fall nicht dann, wenn es sich um die private Homepage einer Einzelperson handelt. So, wie dies hier der Fall ist. Ich zum Beispiel bin reiner Amateur, der als Hobby ein Bisschen schreibt, damit sich der ganze Ärger nicht so reinfrisst. Das bedeutet, ich kann gar nicht so sorgfältig arbeiten wie ein Team mit mehreren haupt- und nebenamtlichen Profis.
Andererseits kommt es natürlich auch auf die Zeitung an. Da gibt es ja solche und solche. Mich zwingt auch niemand, „weniger Sorgfalt walten zu lassen“. Je nachdem …

Werner Jurga, 04.10.2008

 

Bevor alles weg ist:
Schnell ran an die Fleischtöpfe!

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