Marx: Das Kapital

Die politische Internet-Zeitung aus Duisburg

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siehe auch:
Genosse Steinbrück

Soeben ist ein neues Buch erschienen.

Marx: Das Kapital

Nein, natürlich nicht das dreibändige Werk von Karl Marx zur Kritik der politischen Ökonomie des Kapitalismus. Das ist ja schon etwas älter, ein „Klassiker“, wie man so sagt. Vielmehr legt ein Herr gleichen Namens ein Buch gleichen Namens vor.

Es handelt sich nicht um Dr. Karl Marx, sondern um Dr. Reinhard Marx, dem Erzbischof von München und Freising.

Reinhard Marx: Das Kapital: Ein Plädoyer für den Menschen. Pattloch Verlag 2008

„Wilde Spekulation ist Sünde“, betitelte „Der Spiegel“ das Interview mit dem Erzbischof in der Ausgabe 44 / 2008. Es ist online (noch) nicht kostenlos zu finden. Ich habe Ihnen mal vier Aussagen des Gottesmannes abgetippt. Zur Einordnung: Marx gilt als „Parteigänger“ Ratzingers, der sich inzwischen mit „Heiliger Vater“ oder „Papst Benedikt XVI“ anreden lässt. Will sagen: Reinhard Marx gehört auch innerhalb des katholischen Klerus´ zu den Konservativen; seinem Buch liegt die Absicht zugrunde, den Marxismus zu bekämpfen.

Umso erstaunlicher mag es erscheinen, was Herr Marx so Alles dem Spiegel zu Protokoll gibt.

Werner Jurga, 05.12.2008.

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Reinhard Marx:

Man sollte Karl Marx immer noch ernst nehmen. Es gab eine Zeit, in der viele dachten, der alte Marx habe sich erledigt. Das war ein Fehlschluss.

...

Wir katholischen Sozialethiker haben das philosophische Werk von Marx nie einfach mit Stalin oder mit Gulags identifiziert. Man kann Marx nicht alles in die Schuhe schieben.

…

Wir sehen doch, wie Marx jetzt eine Renaissance erlebt. Er meinte, der Kapitalismus werde an seinen eigenen Widersprüchen zugrunde gehen. Er hat vorausgesagt, dass ein primitiver Kapitalismus zur Gefährdung für die Welt werden kann.

…

Dr. Reinhard Marx (Foto: Bistum Trier)

Ein System, das die Kapitalrendite als einzigen Zweck der Wirtschaft sieht, ist ein falscher Anreiz.

Kurzbeschreibung in Amazon

Ruiniert das Kapital die Erde? Oder gibt es im 21. Jahrhundert die Chance zu sozialem Ausgleich und Wohlstand für alle? Reinhard Marx, der kämpferische Erzbischof von München und Freising, sucht nach Antworten auf diese drängenden Fragen - und entwirft eine Vision sozialer Gerechtigkeit für die Welt von heute.

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Dr. Karl Marx, Bild: Wikipedia

Der Mann, der Das Kapital noch einmal schreibt, ist kein bärtiger Revoluzzer, sondern ein Fachmann auf dem Gebiet der Sozialpolitik. »Es gibt neue und gute Gründe, Karl Marx noch nicht ad acta zu legen«, bekennt der Vorsitzende der Kommission Justitia et Pax leidenschaftlich.

Seine Analyse ist glasklar: Nie triumphierte das Kapital schamloser als heute. Der Zwang zu immer höheren Renditen, auf die internationale Finanzgeber die Wirtschaftslenker verpflichten, und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer scheinen eine unumkehrbare Entwicklung zu sein. Im Gewand der Globalisierung steuert anonymes Geld unsere Gesellschaft. Ganze Erwerbszweige werden zerstört; die Menschen verlieren von heute auf morgen ihren Arbeitsplatz; die Armen werden ärmer und die Reichen immer reicher.

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