Joachim Meyer

Die politische Internet-Zeitung aus Duisburg

Anfang 2008 habe ich einen ehemaligen Schulkameraden besucht, der bereits 1973 nach Israel ausgewandert ist. Im September 2007 trafen wir uns bereits schon einmal in Berlin.
Es ist Joachim Meyer, der gemeinsam mit seinem Bruder Gabriel, der ebenfalls „unsere“ Schule besucht hatte, auf Einladung der Stadt Mülheim an der Ruhr unsere Geburtsstadt besuchen wird. Gabriel und Joachim sind nämlich die nächsten lebenden Angehörigen des Mülheimer Künstlers Hermann Haber, der 1942 ermordet wurde. Von den Nazis aus Holland deportiert und in Auschwitz vergast – gemeinsam mit seiner Frau Hilde, geborene Meyer, Gabriels und Joachims Tante.
Am nächsten Donnerstag, den 26. November, wird in der Hauptstelle der Sparkasse Mülheim eine Ausstellung eröffnet, Titel: Hommage an Hermann Haber. Auch Joachim Meyer wird auf dieser Eröffnungsveranstaltung etwas sagen. Für eine Sonderausgabe der „Mülheimer Zeitung“ hat er einen Beitrag verfasst, den ich hier in Auszügen wiedergebe. 

Werner Jurga, 21.11.2009

Joachim Meyer

Foto: Ben Gurion University

Auszug aus

Joachim Meyer (Israel):
Mein Onkel Hermann Haber
 

Die Nachricht, dass man in Mülheim an der Ruhr eine Ausstellung zum Andenken an Hermann Haber plante, war für meinen Bruder Gabriel und mich eine große Überraschung. Wir wussten zwar, dass es ein bestimmtes Interesse an den jüdischen Mitbürgern in Mülheim gibt. Das Buch von Dr. Barbara Kaufhold über die Geschichte der Juden in Mülheim ist ein deutliches Zeugnis dafür. Aber wir glaubten, dass mit diesem Buch die Geschichte der jüdischen Bevölkerung, soweit sie uns betrifft, ziemlich abgeschlossen ist. Heute gibt es wieder eine lebendige, recht große jüdische Gemeinde in Mülheim und Umgebung; aber sie hat nur noch wenig mit den jüdischen Familien,  die vor dem Krieg in Mülheim gelebt hatten, zu tun.

Dann haben wir über die Hommage für Hermann Haber erfahren. Hermann Haber war ein Name, den wir kannten. Unser Vater, Arthur Meyer, hat ihn erwähnt, öfter sogar als die meisten anderen Namen in der Familie. Unsere Verbindung zu Hermann Haber besteht durch Hilde, die Schwester unseres Vaters. Sie war seit Ende der 20er Jahre Hermann Habers Freundin.

(…)

So ist diese Ausstellung eine seltsame Mischung von Privatem und Öffentlichem. Sie erinnert an Menschen, die uns sehr nah stehen, und die wir gleichzeitig gar nicht kennen. So versuchen wir die kleinen Details der Zeichnungen und Bilder zu entziffern, um etwas über die Person von Hermann Haber und vielleicht auch andere zu verstehen.
Es ist ein aussichtsloser Versuch, aber es ist eine der wenigen Möglichkeiten, irgendeine Verbindung zur Vergangenheit zu erstellen.

Prof. Dr. Joachim Meyer

 

Der vollständigen Text hier, in der Sonderausgabe der "Mülheimer Zeitung" (WAZ Mülheim) anlässlich der Ausstellung »Hommage an Hermann Haber« vom Donnerstag, 26. Nov. 2009.

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