Die Judensau

Die politische Internet-Zeitung aus Duisburg

Der 27. Januar ist von der UNO zum Internationalen Holocaust Gedenktag erklärt worden. Auch in Duisburg finden aus diesem Anlass zwei Veranstaltungen statt. Beide finden in Kirchen statt.

Aber, wie er so ist, der Jude: er bleibt misstrauisch. Ob nun der Jude an sich, weiß ich nicht; auf jeden Fall der hier: Daniel Haw. Er macht satirische Cartoons mit seiner Figur Moishe Hundesohn (siehe rechts). Dazu macht er auch noch den Kommentar: Im Jahr 2006 prangten noch 29 sogenannte "Judensäue" an deutschen Kirchen.. Wie stellt sich der Jude das denn vor? Sollen wir uns deswegen an unseren Gotteshäusern vergreifen? Wird ja kampagnenhaft immer wieder gefordert.

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Und das, wo doch der Antisemitismus bei uns Deutschen nun wirklich ein für allemal überwunden ist! – Eigentlich schade, denn er hat eine so lange Tradition, nicht erst seit diesem Hitler (für den waren wir Deutsche an sich eigentlich nicht so, und zwar: niemand!). Aber Martin Luther? Der hat immerhin die evangelische Kirche erfunden!
Übrigens: an der Salvatorkirche gibt es keine „Judensau“, dafür ein Kirchenfenster, das an die Zerstörung der Synagoge in der von den Nazis so genannten Reichskristallnacht erinnert. Und deswegen gehe ich heute Abend dahin, in die Salvatorkirche zur Gedenkveranstaltung; denn heute ist der Internationale Holocaust-Gedenktag. Weil heute vor 63 Jahren das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit worden ist.

Werner Jurga, 27.01.2008

P.S.: die Versicherungsprämie für das „jüdische Fenster“ der Salvatorkirche ist vielfach höher als die für die anderen Kirchenfenster. Warum wohl?

 

Das Wort “Judensau” bzw. “Saujude” ist vor allem als eine antisemitische Hetzparole aus der Zeit des Nationalsozialismus bekannt. Das “Judensau”-Motiv taucht aber schon im Mittelalter als Spottdarstellung auf Steinreliefs und Karikaturen auf . Die Darstellungen sind vor allem an Kirchen, aber auch an öffentlichen Gebäuden, Stadttoren oder Stadtmauern angebracht. Das Motiv erscheint auch als Zeichnung in Karikaturen (z.T. mit Spruchbändern) und antisemitischen Flugblättern. Zu sehen sind auf einem solchen obszönen “Judensau”- Bild Juden, die wie Ferkel an den Zitzen eines Mutterschweines gierig Milch saugen oder sich am After des Schweines zu schaffen machen, aus dem ein Schwall von Urin spritzt. Auf manchen der sogenannten “Judensau”-Bildern sind Juden dargestellt, die verkehrt auf dem Tier sitzen, mit Blick zum Hinterteil der Sau. Dass es sich bei ihnen um Juden handelt, ist leicht an ihren Kennzeichen zu sehen: dem “Judenring” auf der Kleidung oder dem trichterförmigen “Judenhut”.
http://www.gcjz-pfalz.de/index.htm?html/judensau.htm

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